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neu-/ anbau therapiehalle, zentrum für psychiatrie, weissenau


bauherr | zfp südwürttemberg
planung | baulinie architekten
bauleitung | baulinie architekten
fertigstellung | 2009

neu-/ anbau therapiehalle, zentrum für psychiatrie, weissenau

Aufgabe

Die Anforderung des Bauherren war die Erweiterung einer Therapiehalle
für den forensischen Bereich. Die bestehenden Räumlichkeiten waren zu
beengt, weitere Bereiche sollten zugefügt werden. Zusätzlich zur Vergrös-
serung des Arbeitsraumes wurde eine Teeküche, ein größeres Büro und
eine Fahrradwerkstatt gewünscht.

Offenheit trotz Geschlossenheit

Die Schwierigkeit dieses Projektes lag für den Planer darin, helle und offene
Arbeitsräume zu schaffen und trotzdem allen Sicherheitsanforderungen
einer Forensik gerecht zu werden.
Für den Patienten sollte ein freundliches Arbeitsumfeld geschaffen werden
und somit zur Resozialisierung beitragen. Zudem hatte der Entwurf den An-
spruch, die sicherheitstechnischen Belange der Forensik und eine moderne
und offene Architektursprache zu vereinen.
Statt Einbruchsicherheit spielte die Ausbruchsicherheit eine sehr große Rolle.
Dieses Problem stellte sich schon in der Bauphase. Sicherheitszäune mussten
versetzt werden, Arbeitsbereiche mussten während der Abbrucharbeiten
verlagert werden, um den alltäglichen Arbeitsbetrieb nicht zu beeinflussen.

Städtebauliches Konzept

Die bereits bestehende quadratische Therapiehalle liegt inmitten einer großen
Grünfläche, zwischen anderen Therapiegebäuden des Bauherren.
Städtebaulich lag die Herausforderung darin, an eine sehr dominante Form
anzuschließen.

Idee

Beim Betrachten des Bestandgebäudes lag zuerst einmal die Überlegung des
Würfels als Neubau nahe. Dieser Würfel löst sich zu neun „tanzenden“ Wand-
scheiben in einem elliptischen Grundriss, auf. Städtebaulich ordnet sich der
Anbau dem Bestand nicht unter, sondern stellt sich selbstbewusst davor ohne
sich abgrenzen zu wollen.
Das auskragende Dach nimmt die quadratische Form des Bestandes wieder auf.
Die zwischen den Wandscheiben stehenden Fenster orientieren sich stets nach
dem Sonnenstand und garantieren somit die Tageslichtversorgung. Zusätzlich
dienen Oberlichter einer optimalen Arbeitsatmosphäre. Die Werktische stehen
direkt vor den Wandscheiben und erlauben einen freien Blick in den Garten.

Funktionalität

Das Gebäude wird über eine Schleuse an der best. Therapiehalle erschlossen.
Vorbei an Materiallagern und dem neuen Büro gelangt man in den neuen und
hellen Arbeitsraum. Hier befindet sich auch die neue Teeküche und der Fahrrad-
raum. Die Patienten gelangen über eine Tür in der großzügigen Ostverglasung
in den Rauchergarten.

Konstruktion/ Material

Bei dem Bauwerk handelt sich um einen kompletten Stahlbetonbau, welcher auf
Streifenfundamenten gegründet ist. Die Stahlbeton-Wandscheiben sind innen und
außen weiß verputzt. , genauso wie die Stahlbetondecke. Dies trägt zur warmen
Atmosphäre des Gebäudes bei. Der Boden wurde mit strapazierfähigem Kautschuk
ausgeführt. Bei den Fenstern wurde eine Holz-Alu-Ausführung mit verstärktem Glas
und verstärkten Glassicherungen gewählt.

Projektdaten

BGF Bestand 665.00 m²
BGF Anbau 154.00 m²
BRI Bestand 3009.00 m³
BRI Anbau 1005.00 m³